Was ich wählen würde

Es ist nicht mehr gar so lange hin zu den nächsten größeren Wahlen. Da es aktuell keine Partei gibt, hinter der ich voller Überzeugung stehen könnte, und da außerdem scheinbar die existenten Parteien die Berührung zu ihren Wählern und Wählerinnen verloren haben, möchte ich einmal ein paar Stickpunkte aufführen, was wichtig wäre, um meine Stimme zu bekommen. Das kann man sich gerne an den Kühlschrank hängen, ins Parteiprogramm aufnehmen oder einfach ignorieren. Aber sagt dann nicht, ich habe ja nichts gesagt.

  • Mütterquote: Mütter haben es schwer, Jobs zu finden, da in den Führungsetagen noch immer 50er Jahre Denken vorherrscht. Um was zu tun brauchen wir drastischere Mittel als Bitten und Pochen. Eine Mütterquote kann Abhilfe schaffen.

 

  • 30 Stunden Woche: längst wurde nachgewiesen, dass wir in 8 Stunden gar nicht mehr schaffen als in 6 Stunden. Warum also Zeit verschwenden, die wir zur Erholung nutzen könnten, was sich direkt positiv auf Krankenstand und Arbeitsleistung auswirkt?

 

  • mehr Kindergartenplätze: Ich lese immer wieder vor allem von Müttern aus dem Westen, dass man um die Plätze kämpfen muss und nicht wenige Eltern eben noch ein Jahr Elternzeit ranhängen müssen, weil man mal wieder Pech hatte. Das ist direkte Diskriminierung. Das Geld ist da. Fragt mal den Herrn Spahn. Der verpulvert gerade 5 Mille für nix Neues.

 

  • bessere Infrastruktur: Außerhalb der Großstädte ist man ohne Auto komplett aufgeschmissen. Wir wollen aber als gutes Beispiel voran gehen und den Personennahverkehr ausbauen. Die Nachfrage wird wieder kommen, denn sie ließ nur nach, weil auch kein Angebot da war und man sich gezwungen sah, Autos anzuschaffen.
    • Damit verbunden ist auch die Verstaatlichung der Deutschen Bahn. Leider schaffen die Bahnvorstände nicht, die Nachfrage zu bedienen. An erster Stelle sollte nicht stehen, so viel Geld wie möglich aus so wenig Service wie möglich zu schlagen, sondern den Menschen zu dienen.

 

  • besseres Internet: Deutschland hat eines der teuersten Netze und eine der bescheidensten Verbindungen in Europa. Das muss sich ändern. Günstiger und besser. Mehr öffentlich frei zugängliche Verbindungen. Dann klappt das auch mit dem Aufholen dessen, was wir in den letzten Jahrzehnten in Deutschland verschlafen haben.

 

  • GKV und PKV und alle Extratöpfe zusammenführen: Keine Mehrklassengesellschaft wenn es darum geht, Kranke zu heilen. Dann haben wir auch wieder mehr Geld für Krankenhäuser und Co. Die brauchen mal dringend mehr Personal…

 

  • Zahnersatz und Sehhilfen übernehmen: Die brauchen die Leute wirklich. Homöopathie sollte eine Extraleistung sein. Wer das will, kann sich das kaufen. Aber nicht auf dem Rücken aller.

 

  • Pension/ Rente aus einem Topf: Im Prinzip das selbe wie mit den Versicherungen. Alle zahlen in einen Topf, alle bekommen aus einem Topf. Simple as that. Weniger Bürokratie, weniger Verwaltungskosten.

 

  • Hartz IV als gescheitert akzeptieren und zurück zum Sozialhilfesystem. Das war auch nicht immer fair, aber besser als der Schund mit dem H4.

 

  • Soziale Berufe fördern, Ausbildung verbessern, Löhne verdoppeln. Wir werden älter, wir brauchen Pflege. Die sollte nicht von Menschen verrichtet werden müssen, die unter den Lasten zusammenbrechen. Nebenbei ist das auch ein sehr großer Ansatzpunkt für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, denn diese traditionell weiblich besetzten Berufe sind ein Mitgrund für die Altersarmut unter Frauen. Wer so tut als wüsste er davon nichts, ist Sexist. Punkt.

 

  • 3-und Mehr-Schichtsysteme abschaffen: sie sind sehr schlecht für die Gesundheit, stören gesunde Schlafmuster, belasten das Gesundheitssystem auf lange Dauer sehr stark. Sie belasten weiterhin Familienstrukturen sowie durch den gestiegenen Strombedarf die Umwelt. Der Mehrnutzen fällt unter diesen Betrachtungen zu gering aus, um diese Systeme weiterhin zu rechtfertigen.
    • Wo Schichtsysteme unumgehbar sind, etwa in der Intensivpflege, müssen entsprechende Vergütungen eingeführt werden; gesundheitliche und familiäre Folgen müssen zunächst annähernd finanziell anerkannt werden.

Weitere Punkte:

  • Stärkere Verfolgung fremdenfeindlicher Straftaten
  • Mietdeckel
  • Verbesserung der Barrierefreiheit in allen Bereichen (öffentliche Gebäude, Straßen, Wohnungen) – die vorhandenen Regelungen müssen nachbearbeitet werden!
  • Unterstützung Bildung auf dem zweiten Weg; Abschaffung Langzeitstudiengebühr, Lockerung der Ansprüche für BaföG, bessere unbefristete Übernahme in Vollzeitbeschäftigung
  • Jugendquote in Politik (mehr Politiker U40)
  • straffere Umweltschutzbemühungen
  • Ausbau und Stärkung Homeoffice
  • Finanzielle und zeitliche Unterstützung Alleinerziehender, etwa niedrigschwelliger Anspruch auf Haushaltshilfen und Tagesmütter
  • strengere Verfolgung von Steuersündern

Das sind nur ein paar Punkte, mir würden da sicher noch mehr einfallen. Auch sind die Punkte noch ausbaufähig.

Was würde euch denn so einfallen, was dringend mal getan werden müsste?

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Status Quo

Das ist ein Post, der mir sehr schwer fällt. Nicht nur emotional. Auch all das zusammen zu fassen, was in den letzten Wochen passiert ist. Es ist sehr viel.

Mitte Januar hatten wir beschlossen, es noch einmal zu versuchen, er und ich, als Paar. Wir haben uns Exklusivität ausgemacht, denn sonst hat das ja schließlich keinen Sinn, nicht wahr? Ich habe mich bemüht, aber er war sehr geheimniskrämerisch, verschlossen, hat sehr sehr offensichtlich Dinge versucht zu verstecken.

Ich merke sowas. Wahrscheinlich ein weiblicher Radar. Da Reden nichts brachte, und darauf bin ich nicht stolz, es tut mir aber auch nicht leid, durchforstete ich seinen Laptop, als er nicht zu Hause war. Es war nach Valentinstag. Zu Valentinstag legte ich mich wirklich ins Zeug, gab mir alle Mühe, machte mich sogar ein bisschen fertig, weil nicht alles perfekt war. Wir verbrachten den ganzen Tag zusammen, fast ohne Unterbrechungen.

Ich fand in seinen Facebooknachrichten einen Chat mit einer Frau, die er sein Sweet Valentine nannte. Der er Bilder malte. Der er sagte, wie toll sie sei, wie glücklich sie ihn mache. Dass er zu ihr nach Mexiko kommen wollte. Tatsächlich hatte er mit mir darüber geredet, einmal reisen zu wollen, demnächst, nur ein paar Tage. Als ich meinte, dass wir doch mitkommen könnten, Püppi und ich, wurde er aggressiv und ausfallend. Ich ließe ihm keinen Raum, enge ihn ein. WTF.

Mit ihr bin ich vernetzt, wir haben sehr viel geschrieben und uns ausgetauscht. Ihr hatte er erzählt, wir seien getrennt, würden gar nichts versuchen und seien auch nicht exklusiv. Bis heute streitet er ab, dass er sich das alles schön zurecht gelegt hat. Immerhin, dass er Grenzen überschritten hat zu einer „respektvollen Exklusivität“, auf die er pocht ausgemacht zu haben, sieht er ein. Was das sein soll, eine respektvolle Exklusivität, erschließt sich mir nicht. Schon gar nicht wenn man sagt, es noch einmal miteinander probieren zu wollen.

Nach langen, schmerzvollen Diskussionen und der Einsicht, dass der Monat völlig nutzlos war, machten wir aus, es noch ein letztes Mal zu probieren. Das war vor zwei Wochen. Komplett exklusiv, ohne Flirtereien und dergleichen. Er hat sich wirklich angestrengt. Wir haben in der kurzen Zeit sehr viel gelernt. Wie man diskutiert, wie man streitet und wichtig: wie man es vermeidet, in Streitspiralen gefangen zu werden. Wir haben Regeln erstellt, hatten feste Pläne für Dates miteinander, Rituale und Zeit allein.

Wir sind Probleme wirklich angegangen und haben sie entpackt. Seziert könnte man sagen. Schmerzhafte Erfahrung. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Probleme zu groß sind. Sie können nicht gelöst werden. Es gibt keine Hoffnung.

Am Samstag haben wir Schluss gemacht. Endgültig.

Wir wohnen zusammen, haben eine freundschaftliche Basis, versuchen gut miteinander klar zu kommen. Kein Flirten, aus Respekt. Solange wir zusammen wohnen. Was noch mindestens ein halbes Jahr ist. Dann schauen wir mal.

Ich bin sehr verletzt, sehr traurig. Ich weine viel. Ich liebe ihn noch immer. Aber ich stecke es besser weg, als ich gedacht hätte. Die andere Frau hilft mir dabei. Verrückte Welt.

Gestern war der Tag, an dem ich die -20kg Marke der Gewichtsabnahme geschafft habe. Nicht essen zu können ist zwar nicht toll, aber hey, immerhin das. Neue Frisur. Neue/ alte Hobbies. Mehr Zeit für mich und für Püppi. Fokus auf uns beiden. Das bin ich ihr und auch mir selber schuldig.

Es tut weh.

Aber es geht immer irgendwie weiter.

Update: Diät. Wie ich vom Plateau herunter kam

Vor einer Weile habe ich schon einmal darüber berichtet, wie ich in 5 Monaten 12kg abgenommen habe. Mittlerweile sind es insgesamt 19kg.

Eine ganze Weile lief mein Gewicht auf einem Plateau, von dem ich es erst kürzlich herab geschafft habe, sodass es jetzt endlich wieder weiter geht mit dem Gewichtsverlust. Also falls ihr demotiviert seid, weil plötzlich alles stockt: das ist völlig normal. Der Körper hat sich an die Maßnahmen gewöhnt.

Deshalb gibt es auch keine eine Erfolgsdiät. Ich persönlich finde es am erfolgsversprechendsten, wenn man immer mal wieder etwas ändert. Das können schon Kleinigkeiten sein. Im Folgenden möchte ich also mal darauf eingehen, wie ich es vom Plateau geschafft habe.

  • Teilzeitfasten. Auch intermittierendes Fasten genannt. Kann ich nur empfehlen, solange man das Mittagessen regelmäßig und zuverlässig „pünktlich“ essen kann sowie wenn man keiner schweren körperlichen Arbeit am Morgen nachgeht. Das ist beides wichtig. Wenn ich einmal auch nur eine Stunde später essen kann, kommt es vor, dass ich crashe und SOFORT etwas essen muss. Für solche Fälle empfiehlt es sich immer, Bananen im Haus zu haben. Wichtig: Mittagessen sollte vorbereitet sein, wenn man weiß, dass man es eventuell nicht rechtzeitig schafft, zu kochen.

  • Vorkochen. Wie in den Wanna Do Listen erwähnt habe ich mir zum Ziel gesetzt, nicht öfter als 12 Mal im gesamten Jahr Fertigprodukte zu essen. Nun kommt es allerdings vor, dass Püppi sämtliche Keime aus dem Kindergarten mitbringt und wir auch schon mal gleichzeitig flach liegen und keiner die Muße und Energie hat, selber zu kochen. Deshalb kochen wir einfach mehr und frieren ein. Auch kochen wir simple Gerichte wie Chili in großen Mengen, sodass es für mehrere Tage reicht. Ist auch nicht mehr Aufwand, ist kostengünstig und spart ganz viel Zeit.

  • Meine Einstellung zum Essen ändern. Leider bin ich mit einem Vielfraß als Stiefvater aufgewachsen, was in mir das ständige Gefühl hervorgerufen hat, dass ich nichts mehr bekomme, wenn ich nicht jetzt gleich so viel wie möglich esse. Einerseits musste ich das erst einmal kommunizieren, damit der Engländer nicht doch mal etwas aufisst, das ich mir bewusst zurückgelegt habe. Andererseits lerne ich gerade, wie ich loslasse. Das klingt bescheuert, aber ich kann Essen nicht loslassen. Dabei ist es so einfach, neues zu kochen. Morgen gibt es schließlich auch wieder etwas.

  • Routine. Ich stehe jeden Morgen zur gleichen Zeit auf, habe einen festen Zeitplan für jeden Tag in der Woche. Dieser beinhaltet 3x je 1h Sport (exklusive Vorbereitung, Duschen etc. – insgesamt komme ich damit auf ca. 2h), feste Essenszeiten, Rituale wie jeden Morgen etwas Schönes für Püppi zu zaubern, Arbeits-, Püppi- und Freizeiten, jeden Tag 30-60 Minuten zum Putzen/ Betten beziehen/ Schweinchenkäfig säubern. Kurzum, für alles, was in der Woche gemacht werden muss, habe ich feste Zeiten.

  • Keine Ausnahmen. Viele Diäten haben Cheat-Tage, an denen man alles essen kann, was man möchte und was die Diät sonst nicht hergibt. Das finde ich schwachsinnig und es macht es mir selbst schwer, nach einem solchen Tag weiter zu machen. Lieber belohne ich mich ab und an mit einem Stück Schokolade oder etwas (zuckerfreiem) Sirup im Kaffee. Nach dem Fitti gibt es eine Belohnung. Alles aber im Rahmen. Keine Sahnetorten, keine Schokofressorgien. Mir fehlt es nicht einmal mehr. Ich habe schon seit einer ganzen Weile Schokolade zu Hause und rühre sie nicht an, weil ich sie mir nur zu besonderen Anlässen gönne und bevor ich das tue mich immer frage, war das jetzt gut genug oder lohnt es sich überhaupt? Will ich überhaupt Schokolade essen, wenn ich für 500kcal über eine Stunde auf dem Rad schwitzen muss?

  • Sport auf nüchternen Magen. Nachdem ich angefangen habe morgens zu fasten, habe ich erst einmal überlegen müssen, ob ich das überhaupt verkrafte. Mir sind da die vielen Ernährungs- und Fitnessgurus im Kopf, die wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden. Antwort: überhaupt gar kein Problem. Sicher, an weniger guten Tagen habe ich eine Notfallbanane dabei. Ich habe sie aber noch nie gebraucht. Tatsächlich finde ich es einfacher mit dem Fasten bis zum Mittagessen durchzuhalten, wenn ich im Fitnessstudio bin. Dort bin ich abgelenkt und habe keine Möglichkeit, mir irgend etwas „reinzuziehen“. Auch ist Training auf nüchternen Magen in Sachen Fettverbrennung wirkungsvoller. Win-Win also!

  • Sport festlegen und vereinfachen. Anfangs hatte ich einen ausgeklügelten Trainingsplan, um nicht bloß Fett zu verbrennen, sondern auch noch Muskeln aufzubauen und die Beweglichkeit zu erhöhen. Das hat mir auch zunächst Spaß gemacht. Nach einer Weile hat es mich aber schrittweise demotiviert. Es war einfach zu viel. Jetzt mache ich nur noch eine Sache: Ausdauertraining. Eine Stunde auf dem Rad. Manchmal, wenn ich Abwechslung brauche, bin ich für 15 oder 20 Minuten auf dem Crosstrainer und danach erst kommt das Rad, das sich dann übrigens anfühlt wie Urlaub. Keep it simple, keep it going.

  • Mehr laufen. Wenn ich Püppi vom Kindergarten abhole, habe ich das bisher immer so gemacht, dass ich hinwärts die Bahn genommen habe und zurück gelaufen bin. Ich versuche jetzt so oft wie möglich, auch den Hinweg zu laufen. Klappt nicht immer, etwa wenn der Zeitplan straff ist oder ich krank bin. Aber wenn es klappt, sind das gleich mal 100-150 Extrakalorien, die ich loswerde.

 

Das sind im Gröbsten die Neuerungen, die ich zu meiner bisherigen Ernährungsweise gemacht habe. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass das alles schrittweise vonstatten ging und über mehrere Monate hinweg. Wer alles auf einmal versucht, läuft wohl Gefahr, anfangs zwar top motiviert zu sein, aber schnell zu merken, dass es zu viel wird. Das ist okay. Wichtig ist dann, nicht zu streng mit sich zu sein und zu ergründen, was man realistisch schaffen kann. Dazu dann ungefähr 10% addieren, denn zu einfach soll es auch nicht werden, das demotiviert nämlich genauso. 😉

Lasst euch also Zeit. Seid gut zu euch selbst. Challenge yourself. Haltet durch!

Antworten

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Eure Antworten haben mir diese Woche wieder sehr gut gefallen. Ich hoffe ja, dass niemand enttäuscht war, dass die Fragen einen Tag Verzögerung hatten. Nochmals Entschuldigung dafür. Die Wege des WIFI sind unergründlich!

1.) Was sind wichtige Fähigkeiten, um eine Beziehung gesund zu erhalten?

Aufmerksamkeit, sowohl in Gesprächen als auch Handlungen. Wenn es mir schlecht geht und mein Partner nur an sich denkt und darüber gar nicht bemerkt, dass etwas los ist, dann fühle ich mich nicht wichtig genommen.

An sich und der Beziehung arbeiten zu können und zu wollen, Fehler einzugestehen und Kompromisse zu machen, verzeihen, aufeinander zugehen, auch wenn man gerade sauer ist. Niemandem bringt es etwas, wenn jeder auf seinem Standpunkt beharrt. Manchmal muss man Dinge einfach hinter sich lassen. Oder sie wenigstens eine Weile ruhen lassen und sehen, ob sie in einer Woche noch immer so wichtig sind.

2.) Gehst Du mit Deinen eigenen Gefühlen anders um als mit denen anderer?

Ich bin mit meinen Gefühlen strenger. Das habe ich in der Therapie gelernt. Freunden helfe ich, spreche ich gut zu, unterstütze ich wo ich kann. Mir selber rede ich eher schlecht zu und pflege meine Emotionen nicht so liebevoll.

3.) Du hast vergessen, dass Du am Abend zu einer Geburtstagsfeier eingeladen wurdest, für die Du zugesagt hast. Leider hast Du kein Geschenk besorgt und alle Geschäfte sind zu. Was tust Du?

Ich habe eigentlich immer etwas da, das als Geschenk dienen könnte. Vor allem Bücher. Viele meiner Freunde sind auch Leseratten und ich kann den Lesegeschmack meist ganz gut einschätzen. In solchen Fällen zahlt es sich aus, noch nicht fertig ausgemistet zu haben. 😀

Nebenbei habe ich auch oft Pralinenschachtel und dergleichen, weil ich die gerne mal kaufe, wenn sie im Angebot sind. Ja, als Geschenke. Nicht für mich. So verrückt bin ich!

4.) Die Wahl der Qual: im Zeugenschutz eine neue Identität annehmen müssen und nie mehr zurück kehren können oder alles vergessen, was Du jemals gekannt hast?

Wenn man alles vergisst, leidet man zwar nicht an Sehnsucht. Aber die anderen leiden. Im Zeugenschutz würde ich aber Freunde und Familie vermissen. Andererseits denke ich, dass Erinnerungen uns doch zu großen Teilen ausmachen. Ich habe in meinem Leben so viel an mir gearbeitet und mich verbessert, bin selbstbewusster und außenbewusster geworden, kann mit schwierigen Situationen umgehen als vor wenigen Jahren (oder sogar Monaten). Das alles soll nicht verloren gehen; von Neuem anfangen wäre eine Qual. Ganz besonders wohl Ü30. Oder überhaupt alles Ü15.

Daher den Zeugenschutz, bitte. Püppi nehme ich aber mit. Ohne die geht gar nix!

 

P.S.: Wie findet ihr eigentlich das neue Blogdesign?

Antworten

1.) Bist Du großzügig?

So gut ich kann, oft schon. Bei Püppi sehr. Bei Freunden oft. Selten auch mir gegenüber. Auch Fremden habe ich schon Sachen oder Geld geschenkt.

2.) Was würdest Du erforschen, hättest Du 5 Millionen Euro für eine Studie Deiner Wahl?

Die Auswirkungen von diesem unsäglichen Schreiben nach Gehör. Das Konzept war ganz anders gedacht, doch dann kamen ahnungslose Deppen daher und pressten den Müll in die Schulen, den man da heute findet. Das finde ich ganz schlimm. Habt ihr mal etwas versucht umzulernen, von dem ihr immer dachtet, dass es richtig sei? Viel schwieriger als etwas gleich richtig zu lernen und dabei Fehler zu machen! Zumal der Schwachsinn eingeführt wurde, um lernschwache Kinder zu unterstützen, denen es damit aber noch schwerer fallen dürfte…

3.) Auf der Strecke irgendwo zwischen München und Berlin strandest Du. Du hast kein Auto, kein Telefon und kein Geld. Was tust Du?

Ich frage Fremde, ob sie mir aushelfen können. Durch Geld, durch Mitnehmen. Wenn das nicht hilft, setze ich mich in einen Zug und bezahle eben die Strafgebühr, komme aber immerhin nach Hause.

4.) Die Wahl der Qual: Sollten lieber Deine Freunde aus Schulzeiten oder Dein 16-Jähriges Ich wichtige Entscheidungen in Deinem Leben treffen?

Mein 16-jähriges Ich war ein Chaot und in manchen Dingen ein bisschen auch Idiot. Sehr aktivistisch, sehr ideologisch, aber auch voreilig und unbedacht. Dazu ziemlich arrogant, was die Richtigkeit meines Wegen anging, der natürlich der einzig richtige war. Dann vertraue ich lieber meinen Freunden aus der Schulzeit. Auch wenn die sich manchmal vermutlich anders entscheiden würden als ich das möchte.

Über den Tod sprechen: Teil 4

Teil 1

Teil 2

Teil 3

 

31. Was denkst du über Hospize?

Sie sind wichtig, weil nicht jede Familie die Betreuung sterbender Angehöriger bewerkstelligen kann oder will. Es ist aber auch ein bisschen traurig, dass Hospize so ein ganz eigener, verschlossener Kosmos sind. Wie in einem vorherigen Teil geschrieben sollte der Tod mehr Bestandteil unserer Gesellschaft sein. Er gehört dazu. Sterben gehört dazu. Sterbende sollen nicht ausgeschlossen werden. Sie sind weg, wenn sie tot sind, aber solange sie leben, sollen sie auch da und bei uns sein dürfen.

32. Könntest du dir vorstellen, Menschen in einem Hospiz ehrenamtlich zu begleiten? Wenn ja: Was interessiert dich hier besonders? Wenn nein: Was schreckt dich ab?

Nein: Emotional bin ich dazu (noch?) nicht in der Lage. Tod ist für mich etwas kaum Begreifliches; ich kann ihn nur schwer verarbeiten. Vielleicht wäre es aber gerade dann eine wertvolle Erfahrung für mich?

33. Welcher Promi-Todesfall hat dich besonders betroffen?

Als Jugendliche war ich schwer erschüttert über Aaliyahs Tod. Sie war so jung und schien zumindest für mich so liebenswert.

Im vergangenen Jahr war ich sehr traurig über den Tod Claire Winelands. Ich habe mitgefiebert, als sie bekanntgab, dass sie neue Lungen bekommen würde. Ihr letzter Beitrag hat mich sehr berührt. Sie war so voller Hoffnung und Freude über die Lungen. Und dann starb sie doch. Das war schlimm.

34. Gab es in Filmen mal Szenen, wo du dachtest: Das ist ein schöner Tod?

Da fällt mir nichts ein.

35. Wenn du nach dem Tod ein Geist wärst: Wen würdest du heimsuchen? Jemanden den du magst, um ihm noch einmal nahe zu sein oder eher jemandem, an dem du dich rächen möchtest?

Eher jemanden, den ich mag. Dann würde ich versuchen, ihnen noch mal ein kleines Hallo zu senden. Allerdings glaube ich an Geister und dergleichen nicht.

36. Was soll auf deinem Grabstein stehen?

Name, Geburts- und Todestag. Liebende Mutter, oder irgend sowas.

37. Wärst du gerne unsterblich?

Nein, bitte nicht!

38. Welche drei Gegenstände würdest du gerne mit ins Grab nehmen wollen?

Gar keine. Ich möchte eingeäschert werden. Mein Hab und Gut sollen meine Hinterbliebenen als Erinnerung behalten oder zu Geld machen, um sich was Schönes zu kaufen.

39. Wobei fühlst du dich besonders lebendig?

Wenn ich etwas Neues ausprobiere. Wenn ich etwas mit Püppi unternehme.

40. Und was macht dich glücklich?

Ganz klar: meine Tochter. Wenn sie strahlt und mich zum Lachen bringt ist aller Kummer vergessen. Wenigstens für einen Augenblick.

 

Danke an Jasmin Schreiber für diese tollen, interessanten, anregenden Fragen!

Eintopf

Beziehungen sind eine komische Sache. Man genießt sie eine verhältnismäßig kurze Zeit so richtig. Dann kommt der Alltag und man trottet vor sich hin. Plötzlich quietscht und knarzt es, der Haussegen hängt auf halb Acht und man begreift, wie wichtig der andere einem ist, wenn man dabei ist, ihn zu verlieren. Dabei hätte man schon viel eher daran arbeiten können, die Beziehung zu pflegen und für beide Seiten ansehnlich zu halten. Gemütlich, aber nicht zu gemütlich. Vielleicht machen das normale Menschen auch und nur ich habe nie gelernt, wie das geht. Wie auch mit stets streitenden Eltern, die sich ja doch nie trennen. Irgendwie hatte ich nie im Kopf, dass man sich trotzdem trennen könnte. Und da haben wir doch die Misere: man fühlt sich sicher, bis man sich nicht mehr sicher fühlt. Ich für meinen Teil bin mir gar nichts mehr sicher und schlafe entsprechend seit einigen Nächten nur noch mit medizinischer Hilfe. Ich habe in den letzten vier Tagen 2kg verloren, weil auch Essen einfach nichts ist, das mir jetzt irgendwie läge. Essen kann ich wieder, wenn ich glücklich bin. Falls ich es je wieder werde. Ich zweifle noch. Was jetzt negativer klingt, als ich es gemeint habe. Ich resigniere bloß. Was vielleicht doch negativer ist, als ich es gerade fühle. Wie gesagt, ich bin mir in nichts mehr sicher. Besonders nicht, was ich nach dem Bachelor mache. Und das macht Druck. Und dann kommt noch Druck von außen. Bis ich irgendwann zu einer kleinen Murmel zusammengedrückt werde. Klein und fest, aber innen hohl. Weil da auch schon Druck war.

***

Meine Haut sieht nach wie vor scheiße aus, nur ein bisschen weniger scheiße als vor wenigen Tagen noch. Die Hände schälen sich in dicken Flocken. Bisher habe ich mich versteckt, wollte nicht gesehen werden. Heute traute ich mich doch hinaus. Mit ganz viel Makeup zwar, aber immerhin. Jetzt kann ich den Rest der Woche wieder zuhause bleiben.

***

Wenn ihr mal eine wirklich schöne Sendung schauen wollt, eine, die euch glücklich macht und das Herz ganz leicht, schaut „The Good Place“ mit Kirsten Bell. Eleanor stirbt und landet im Himmel, oder was auch immer man den Ort nennen möchte. Schnell erkennt sie aber, dass ein Fehler passiert sein muss. Von da an wird es chaotisch, ohne aber zu nerven. Was für eine schöne Sendung! Zugegeben, den Piloten fand ich so lala, ganz okay aber nicht weiter der Rede wert. Aber dann machte es BOOM und ich verliebte mich. Jeder einzelne Charakter ist auf seine Weise liebenswürdig. Das ist selten. Vor allem war die Überraschung gut, sie überraschte mich. Trotz einer Ahnung.

Eine andere tolle Serie ist The Marvelous Mrs. Maisel. Mitch unterstützt ihren Mann in seinem Hobby, der Stand Up Comedy. Er ist ganz okay, aber kein wirkliches Talent und hat entsprechend nur mäßig Erfolg. Er verlässt sie, um seinem Traum, professioneller Comedian zu werden, folgen zu können. Sie ist zerstört, betrinkt sich und ergreift das Mikrofon. Den Rest müsst ihr selber gucken.

***

Püppi wird immer größer und selbständiger. Im Kindergarten geht sie jetzt selbständig aufs Klo – und davon hatte ich bis heute Morgen gar keine Ahnung. Sie zieht sich die Windel selber aus und setzt sich auf’s Klo. Ich bin so stolz. Und ein bisschen fühle ich mich schuldig, denn als sie während ihrer Krankheit zu Hause war, zog sie auch ihre Windel aus und ich hielt sie auf, weil ich dachte, sie habe Flausen im Kopf. Das war ein Fehler von dem ich hoffe, dass er keine ernsten Konsequenzen haben wird.

(Ich solle Unterhemden und Slips kaufen. Habt ihr eine Ahnung,
wie schwierig es ist, in den normalen Kleiderläden Hemdchen
und Slips in den kleinen Größen zu finden? What the heck?)

Ich liebe dieses Mäuschen so sehr. Jeden Morgen kommt sie erst einmal eine Runde kuscheln. Ohne dass ich sie fragen muss gibt sie mir auch mal ein Küsschen. Manchmal ziemlich nasse Küsschen, aber die Geste ist so niedlich. Sie hat einen tollen Humor und versucht immer, mich zum Lachen zu bringen. Besonders wenn sie sieht, dass ich gerade nicht so gut drauf bin. Sie spielt gern mit mir, aber auch eigenständig. Und sie hilft mir, wenn ich aufräume. Manchmal dauert dadurch alles länger, aber das ist mir egal. So klein ist sie schließlich nur einmal und ziemlich kurz. Sie scheint schon ein bisschen in die Autonomiephase gerutscht zu sein, was sich vor allem bemerkbar macht, wenn sie müde ist und etwas nicht haben oder tun kann. Bisher verläuft es aber sehr mild. Toi toi toi!

***

McDonalds hat eine irische Fast Food Kette, Supermacs, vor Gericht gezerrt, weil sie Burger mit dem Namenszusatz Mac im Angebot haben. McDonalds hat nicht nur diesen Streit verloren, sondern auch die Namensrechte in der gesamten EU, wodurch Supermacs nun auch außerhalb Irlands Läden eröffnen darf. Die Welt fühlt sich heute ein bisschen gerechter an, finde ich.

Über den Tod sprechen: Teil 3

Teil 1

Teil 2

 

21. Wie fühlst du dich, wenn in Büchern oder Filmen jemand stirbt?

Das kommt ganz darauf an, wie ich selber gerade drauf bin, wie es im Film/ in der Geschichte verarbeitet ist und wie wichtig die Person für die Handlung war.

Es gab Zeiten, da hat mich das zu sehr mitgenommen, sodass ich solche Szenen nicht geschaut/ gelesen habe oder gleich gestoppt -oder gar nicht erst angefangen- habe. Das waren Zeiten, in denen ich selbst noch trauerte.

Kinder und Hunde nehmen mich immer mit. Bei allen anderen ist es mal so, mal so.

22. Hast du das Gefühl, noch viel Zeit vor dir zu haben, um dein Leben zu gestalten?

Ja und nein.

Ein einziger Tag kann viel verändern.

Aber das Leben ist kurz und so viele Tage haben wir gar nicht.

23. Gibt es Dinge, die du rückblickend in deinem Leben anders machen würdest?

Ja.

Andererseits bin ich durch jede einzige meiner Entscheidungen da angelangt, wo ich jetzt bin. Ob es besser gewesen wäre, das oder jenes anders zu machen? Das weiß niemand.

24. Wie oft sagst du den wichtigen Menschen in deinem Leben (Partnerschaft, Familie, Freunde) anlasslos, was sie dir bedeuten?

Meiner Tochter sage ich jeden Tag, dass ich sie liebe.

Dem Engländer ein paar Mal die Woche.

Der Herzfreundin hin und wieder.

Anderen versuche ich es zu zeigen.

25. Findest du, du könntest das öfter machen? Wenn ja, was hat dich bisher davon abgehalten?

Ja, Freunden und Freundinnen könnte ich das öfter sagen. Mich hält ab, dass ich es nicht so gelernt habe und es (auf deutsch) doch manchmal schwer über die Lippen kommt. Dafür sage ich, wie viel mir ein Tag oder eine Geste bedeutet hat, wie sehr ich mich freue, sie wiederzusehen oder ein paar schöne Stunden miteinander verbracht zu haben.

26. Was denkst du über Sterbehilfe?

Ich denke, das sollte jede/r selbst entscheiden dürfen. Wenn nichts mehr geht und nichts mehr hilft und jemand nur noch leidet, soll er/sie gehen dürfen. In freiem Willen. Haustieren sprechen wir diesen würdevolleren Abschied auch zu.

27. Gäbe es Szenarien, bei denen du dir so etwas für dich vorstellen könntest?

Ja, wenn ich nur noch künstlich am Leben erhalten werden könnte und nicht mehr bei Bewusstsein wäre.

28. Wenn sich ein dir nahestehender Mensch für Sterbehilfe entscheiden würde, könntest du das verstehen? Und verzeihen?

Ich könnte das verstehen und ich könnte es verzeihen. Je nachdem wie nah die Person ist, wäre ich wohl auch gerne dabei, falls das für denjenigen/ diejenige okay ist.

Über den Verlust selber hinweg zu kommen ist eine andere Sache.

29. Gab es schon einmal eine Situation in deinem Leben, in der du dachtest “jetzt sterbe ich”? Hat dich das verändert?

Als ich 14 Jahre alt war und eine allergische Reaktion auf Penicillin hatte, mein Hals immer dicker zuschwoll und das zuerst angefahrene Krankenhaus uns wieder wegschickte. Das zweite Krankenhaus hat die Lage auch nicht erkannt. Eine Bereitschaftsärztin hat mich dann gerettet.

Komischerweise mit einem Präparat mit einer Minidosis Penicillin.

Ob mich das verändert hat? Ich bin jedenfalls vorsichtiger mit Medikamenten.

30. Was für eine Art Sterben wünschst du dir?

Schmerzlos. Zu Hause. Wenn ich mit allem abgeschlossen habe und Abschied nehmen konnte. Das wäre ideal. Ist aber wohl eher selten.

Antworten

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1.) In welchem Beruf wärst Du völlig falsch aufgehoben?

In einem, in dem ich irgendwas mit Physik oder Chemie zu tun hätte. Ich habe es so lange versucht zu verstehen, wie das alles funktioniert. Die chemischen Vorgänge im Körper waren dann ganz okay und auch interessant, da habe ich immer gut abgeschnitten. Alles andere lässt in meinem Hirn drei Fragezeichen aufploppen. Oder den Affen aus Homer Simpsons Kopf.

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2.) Worauf bist Du stolz, worauf Du vermutlich nicht stolz sein solltest?

Ich kann, nachdem ich Dinge unendlich aufgeschoben habe, richtig gut schnell abarbeiten. Auch wenn ich dabei meckere.

3.) Ein Gottwesen hat Dich ernannt, die europäische Kultur von Grund auf zu sanieren. Welche Traditionen behältst Du bei oder fügst Du hinzu?

Solche Feste wie Erntedankfest mag ich ja eigentlich, obwohl wir das nie feiern. Die ganzen Feste im Winter würde ich wohl auch lassen. Im Sommer würde ich etwas Langsames, Gediegenes zufügen. Vielleicht fällt mir da ja noch etwas Nettes ein. Grillfest, Erdbeerfest oder so ähnlich. Gibt es vielerorts ja schon. Außerdem würde ich versuchen, mehr Traditionen um den Tod einzuführen. Ja, das hat jetzt sicher auch etwas mit den 40 Fragen zu tun. Fehlt uns aber, finde ich. Deshalb fällt es vielen ja so schwer. Genauso die Alten zu integrieren. Alte und Kinder. Das fände ich schön.

4.) Die Wahl der Qual: Eine Person, die Du nicht magst, bestimmt über ein Tattoo, das Du bekommst oder über all Deine zukünftigen Haarschnitte?

Theoretisch würde ich ja das Tattoo nehmen, weil man das unter Umständen verstecken kann. Allerdings könnte das auch im Gesicht landen und da wäre bei mir absolut Esse. (Schluss, Finito, meine Grenze) Meine Haare finde ich aber zu schade, um sie mir den Rest meines Lebens versauen zu lassen. Auch wenn sie nachwachsen. Hach Käse, ich denke ich nehme trotzdem die Haare.