Status Quo

Der letzte Nicht-Freitagsfragen-Post ist ja schon eine Weile her. Und die Freitagsfragen habe ich gestern auch nicht geschafft. Das Mäuschen hat nach einer Impfung ordentlich gefiebert und brauchte viel Aufmerksamkeit, wollte viel kuscheln und hat viel geweint. Da liegen Blog und Haushalt brach. Wir haben sogar unsere Gesund-Essen-Strähne gebrochen, weil zum Kochen einfach die Lust fehlte. Dafür hat’s dann aber auch geschmeckt wie alter Fuß. Das hat man davon.

Sonst bin ich zur Zeit einfach nur müde. Die Herbstschläfrigkeit wird mit Baby nicht besser. Dazu noch die Rückbildungsgymnastik, die anstrengender ist als es aussieht und ein paar Tage lang Muskelkater verursacht. (Wo sind alle meine Muskeln hin?!) Spaziergänge im schönen Herbstwetter kann ich nicht genießen, weil meine Bänder durch die Schwangerschaft noch immer so gedehnt sind, dass sie nach einer Weile in Bewegung einfach höllisch weh tun. Toll ist aber, wenn man einen so lieben Mann hat wie ich, der ein warmes Bad einlässt, Schokolade bringt und sich ums Kind kümmert, damit ich einfach mal entspannen kann und die Schmerzen losbekomme.

Unimäßig werde ich nervös, weil auf meinen Antrag auf Drittversuch nach etlichen Monaten noch immer nicht geantwortet wurde. Eigentlich sollte ich nachhaken, aber die mögliche Antwort lässt mich fliehen statt zu kämpfen. Immerhin wurde dem Kindergeldantrag entsprochen, obwohl das Finanzamt sich nach 4 Monaten noch immer nicht ausgekäst hat und ich somit weiterhin auf die Steuernummer des Mäuschens warten muss. Nicht einmal die Erinnerungsschreiben an die U’s (Kontrolluntersuchungen) bekommen wir. Ich hasse es, wenn ich Dingen hinterher rennen muss, die ich für erledigt gehalten habe…

Apropos Blog: Gibt es denn noch Mitmachwütige für den Adventskalender?

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Selfies an Gedenkstätten – individuelle Verortung oder Geschmacklosigkeit?

Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag zum Projekt Yolocaust von Shahak Shapira? Auf dem Doingselfieblog gibt es einen interessanten Artikel zu Selfies an Gedenkstätten. Schaut doch mal rein.

DOING SELFIE

Die meisten Menschen waren schon einmal an einer Gedenkstätte. Doch wie verhält man sich dort eigentlich? Was ist erlaubt und was nicht? Größere Gedenkstätten, wie beispielsweise die KZ-Gedenkstätte Dachau, haben die Antworten auf diese Fragen in einer Besucherordnung festgehalten. Dabei begreift sich die Gedenkstätte als eine Art Friedhof, an dem die Totenruhe eingehalten werden soll. Begleitpersonen wie Lehrer oder Eltern sollen darauf achten, dass Kinder und Jugendliche diese Regeln befolgen. Generell wird zu einem Gedenkstättenbesuch erst ab 12 Jahren geraten. In Bezug auf Kleidung sollte diese dem Ort angemessen sein und keine rechtsextremen Symbole enthalten. Essen, Rauchen und jegliche Art von Fahrzeugen sind ebenfalls verboten, ebenso das Berühren von Relikten und Ausstellungsstücken. Es wird darauf hingewiesen, dass man selbst für möglicherweise verursachte Schäden aufkommen muss. Des Weiteren soll die Würde eines jeden Menschen, egal welcher Nationalität, Religion oder welches Aussehens, geachtet werden.[1] Doch halten sich wirklich alle an diese…

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2. Ankündigung: Babyblog

Ich hatte schon einmal erwähnt, dass ich vorhabe, einen Zweitblog mit Baby- und Schwangerschaftsthemen zu öffnen und es hat lange genug gedauert, aber:

ER IST DA!

Noch ganz frisch und mit nicht sehr vielen Beiträgen, aber ich kann ihn nun endlich vorzeigen:

Babysteps700

Schaut doch einmal vorbei, wenn ihr mögt. Ich habe noch viele Ideen für praktische Tipps und wissenschaftliche Gedanken (ich plane darüber zu schreiben, warum Schreienlassen keine Option ist und untermauere das mit Studien dazu) – es braucht eben etwas Zeit. Und dieser doofe Schnupfen hilft auch nicht.

1. Ankündigung: Adventskalender

Wer schon eine Weile im Blog mitliest, erinnert sich vielleicht an den Adventskalender von 2015. Es war ein Gemeinschaftsprojekt, das sich großer Beliebtheit erfreute und viel Resonanz erfuhr.

Im vergangenen Jahr hatte ich -aus Gründen- keine Zeit, dieses Projekt zu managen, das doch mehr Planung bedurfte als ich mir damals vorstellen konnte. Dieses Jahr möchte ich mich jedoch erneut heranwagen.

Die Regeln werden ähnlich sein, jedoch mit der Ergänzung, dass ich darum bitte die Türchen schon eine Woche vorher zuzusenden oder rechtzeitig abzusagen, da ich es diesmal nicht schaffen werde, noch kurz vor Mitternacht einen Beitrag zurecht zu basteln.

Habt ihr Lust mitzumachen? Dann meldet euch hier in den Kommentaren. Ich freue mich auf rege Beteiligung und einen bunten, interessanten Adventskalender. 🙂

Wer ein Wunschdatum hat, kann dieses gerne angeben. Ansonsten geht es einfach der Reihe nach.


Beitragsbild von Counselling @ Pixabay

Eingebrockt

In den Blogs und auf Sozialen Medien lese ich viele erschrockene, bittere, wütende Stimmen. Ich fühle mit und bin doch gleichzeitig erleichtert, dass es so viele Stimmen sind, die sich gegen die AfD aussprechen.

Jedoch bringen mich einige Meinungsbekundungen zum Nachdenken. AfD-Wähler als dumme Nazis zu bezeichnen – hat nicht gerade das diejenigen in eine Ecke gedrängt und somit einen Diskurs unmöglich gemacht?

Zumal das Nazi-Argument meiner Meinung nach nicht zieht. Die einen wählten die Partei gerade deshalb, den anderen war es schlicht egal, welche Aussetzer sich Gauleiterland und Co geleistet haben.

Dass sich der Großteil der Wähler nicht mehr mit dem Wahlprogramm beschäftigt, sondern sich auf Ausschnitte in Medien sowie auf Wahlplakate beschränkt, ist ein alter Hut.

Um so wichtiger wäre es gewesen, die Nazikeule mal wieder einzustecken und darauf zu konzentrieren, den Menschen nahzubringen, was sie mit der Flüchtlingspolitik der AfD, die meiner Vermutung nach Hauptargument für deren Wähler darstellte, mitwählen. Einen Auszug gibt es bei Mimikama. Dass das meiste davon genau das Gegenteil dessen ist, was der Ottonormalwähler sich in einem Staat erhofft, in dem man gut und richtig leben kann, habe ich bereits gesagt.

Die Regierung hat es versäumt, die Menschen, die sich vor der „Flüchtlingsflut“ fürchteten und sich bedroht sahen (was man ihnen nicht verübeln kann), zu beruhigen und sensationsfrei zu erklären, was geschieht. Stattdessen wurde der Klatschpresse die Oberhand in der Berichterstattung gelassen. „Flüchtlingswelle“ und „Immirantenflut“ sind dabei Worte, die lediglich der Stimmungsmache dienten – GEGEN die AUfnahme von Flüchtlingen – und das Szenario verschärften.

Die Regierungsvertreter um Merkel haben es versäumt zu betonen, wie einzig und allein richtig und menschlich Merkels Entscheidung war. Es waren schwere Entscheidungen und es war abzusehen, dass viele Bürger damit unzufrieden sein würden, stört es doch das heile Heimatbild mit den immergleichen Menschen.

Die Verteilung der Flüchtlinge war vielerorts taktisch beschissen (pardon) – ich weiß um kleine und kleinste Dörfer und Städte, die plötzlich, d.h. ohne Ankündigung und innert weniger Tage, mit Wohncontainern bestückt wurden, in die mehr Flüchtlinge gesetzt wurden als die Region Einwohner hatte. Ja, ein Menschenleben geht immer vor den Wohlfühlfaktor eines anderen, jedoch gab es da so viele konfliktverschärfende Momente, dass ich zwar die Meinungen nicht teile, die negativen Stimmungen aber nachvollziehen kann.

Und zu guter Letzt hat eben auch jeder versagt, der die Ängste und Sorgen der „besorgten Bürger“ nicht ernst genommen, sondern verlacht hat. Ja, hin und wieder war auch ich dessen schuldig und das war dumm. Ich habe mir aber auch sehr oft den Mund fusselig geredet und damit bei ein oder zwei Menschen etwas bewirkt. Es hat mich viele Nerven gekostet und ab und an zweifelte ich an der Menschheit.

Wer als Idiot bezeichnet wird, denkt sich nicht „Oh ja, vielleicht bin ich ein Idiot. Ich werde in mich gehen und über meine Position nachdenken.“ Wer als Idiot bezeichnet wird, macht dicht. Verständlicherweise.

Was ich sagen will: es gibt so viele Gründe, warum die AfD dermaßen erfolgreich war. Wir haben uns die Suppe (mit) eingebrockt. Um sie auszubrocken, sollten wir aufhören mit k.o.-Floskeln wie „dumm“ und „Nazi“ um uns zu werfen und stattdessen anfangen einen offenen Diskurs zu suchen.